Was brachten die "wilden 60er Jahre"?
Die Pille
Bis zur Einführung der Antibabypille Anfang der 1960er Jahre waren Sexualität und Fortpflanzung untrennbar miteinander verbunden. Mit der Entschlüsselung der Sexualhormone schuf der deutsche Chemiker Adolf Butenandt die wissenschaftlichen Voraussetzungen für eine hormonale Beeinflussung des weiblichen Zyklus. Erstmals ließen sich ungewollte Schwangerschaften mit großer Verläßlichkeit vermeiden. Die Pille ermöglichte gezielte Familienplanung und förderte die Gleichberechtigung der Frau in Familie und Beruf. In Südtirol setzte der so genannte "Pillenknick" mit einiger Verspätung ein. Die Zahl der Geburten sank von dem Höchstwert 10 000 Kinder im Jahr 1965 auf 5 000 im Jahr 2000. Wie jedes wirksame Medikament zeigt die Pille unerwünschte Nebenwirkungen, zum Beispiel Übelkeit oder Kopfschmerzen. Im Zusammenhang mit Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht kann es zur Bildung von Blutgerinnseln kommen. Deshalb bedarf die Einnahme von Hormonen zur Schwangerschaftsverhütung reiflicher Überlegung und ärztlicher Betreuung.
